Namibian Coffee Roasters

Wenn ein Kaffeeröster nach Afrika reist,‭ ‬bedeutet dies meist, dass er sich auf die Suche nach neuen Kaffees macht.‭
Nicht ganz so verhält es sich mit Namibia,‭ ‬denn ausser ein paar Kaffeesträuchern am Waterberg,‭ ‬die wohl mehr für den Eigenbedarf genutzt werden,‭ ‬ist Namibia kein Ursprungsland für Kaffee.‭

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Das Klima in Namibia ist extrem trocken und Wasser eine knappe Ressource.‭ ‬Die Wassermengen,‭ ‬die für den Anbau und die Verarbeitung von Kaffee benötigt werden,‭ ‬sind hier schlicht nicht vorhanden.‭
Hinzu kommt eine anhaltende Dürre,‭ ‬in den letzten zwei Jahren hat es selbst in der Regenzeit kaum einen Tropfen Regen gegeben.‭ ‬Ausgetrocknete Flüsse sind kein seltener Anblick, wenn man durch dieses Land fährt.‭ ‬Was bleibt ist das Grundwasser, welches‭ ‬vorerst noch reicht und die Hoffnung,‭ ‬dass es irgendwann mal Regen geben wird.‭

Kaffeeröster Michael in Namibia

Die Reise von Michael hat trotzdem mit Kaffee zu tun,‭ ‬denn in Namibia ist es noch immer schwer, an genießbaren Kaffee aus eigener Produktion zu kommen.‭
In der Regel findet man in den Geschäften und Supermärkten importierten Kaffee,‭ ‬vorwiegend aus Europa und aus Süd-Afrika.‭  Und dann gibt es Mischungen aus Kaffee und Zikorien sowie der übliche Instant Kaffee,‭ ‬der in vielen Ländern südlich des Äquators zum Standard gehört.‭

Slowtown Coffee Roasters in Swakopmund ist zur Zeit die einzige Kaffeerösterei in dem Land im Süd-Westen von Afrika.‭
Vor vielen Jahren soll es auch in Windhuk eine Rösterei gegeben haben,‭ ‬die durchaus erfolgreich war.‭ ‬Doch König Alkohol bereitete dem ein Ende,‭ ‬die Rösterei wurde sprichwörtlich von den Eigentümern versoffen.‭

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Der Markt in Namibia ist aufgrund der großen Einkommensschwankungen und der geringen Einwohnerzahl von ca.‭ ‬2.2‭ ‬Millionen Menschen sehr begrenzt.‭ ‬Dennoch besteht das Potential für eine Rösterei.‭ ‬Die Kaufkraft in dem rohstoffreichen Land hat in den letzten Jahren zugenommen und‭ ‬so steigt auch die Nachfrage nach qualitativ wertigen Produkten.‭ Hinzu kommt der Toursimus, Namibia gehört mit seinen Lodges und Guest-Farms zu einem beliebten Reiseland.

Dies Potential erkannte der gebürtige Namibier Robert Sibold und ihm kam nach einem Aufenthalt in Deutschland die Idee eine Rösterei in seiner Heimat zu gründen.

‭Mit Hilfe einer Hamburger Kaffeerösterei‭ ‬besorgte er sich alles, was in einer Rösterei gebraucht wird.‭ ‬Von der Röstmaschine‭ (‬Giesen‭ ‬6. Kg‭) ‬über den Rohkaffee und die Espressomaschine samt Mühlen bis zu den Tassen und Löffeln organisierte er sich alles in Deutschland und Lies es per Schiff nach Namibia bringen.‭

Namibian Coffee Roastery

Was noch fehlte, ist ein erfahrener Kaffeeröster, der ihm das Rösten beibringt.
So lud Robert ‬2012 Michael zu sich auf die Namib Guest Farm Onduruquea in der Nähe der Stadt Omaruru ein.

Vier Wochen wird Michael in Namibia bleiben, um mit seiner Erfahrung und seinem Wissen dazu beizutragen,‭ ‬dass es in Namibia in Zukunft exzellenten Kaffee, geröstet von Namibian Coffee Roasters, geben wird.‭

Was Michael in Namibia erlebt, berichtet er auf unserem Blog.