Namibia Update 1

Die ersten 10 Tage meines Aufenthaltes in Namibia sind bereits vorüber. Zeit für ein Update aus dem Land im Süden von Afrika.

Namib Guestfarm Onduruquea

Die Guestfarm liegt auf dem 150 Km² Areal einer Farm, wo Zahlreiche Tiere wie Antilopen, Gnus, Giraffen, Hyänen, Schakale, Strausse oder Warzenschweine leben Es soll hier auch Geparden und Leoparden geben, doch die habe ich noch nicht zu sehen bekommen.
Beliebt ist die Guestfarm bei Reisenden die hier Station machen. So trifft man jeden Abend am Feuer neue Gäste, die sich von langen Autofahrten durchs Land erholen.

Namib Guestfarm Onduruquea

Die Rösterei

Auf dem Gelände befindet sich auch die Rösterei von Namibian Coffee Roasters, ausgestattet mit allem was man braucht zum Experimentieren und Rösten.

Meine erste Frage war, welche Rohkaffees sind im Lager, wie steht es um die Qualität (die Hitze und die Trockenheit sind keine optimalen Lagerbedingungen für Rohkaffee) und natürlich, was lässt sich daraus machen, schließlich handelt es sich bei den Kaffees um die Grundlage für den Start der Rösterei.
Cupping-sk

Vorgefunden habe ich eine breite Auswahl an Kaffees, unter Anderem:

– Äthiopien Sidamo
– Brasilien Pereira Peaberry
– Kenya Iyego
– Kolumbien Excelso Alco Bolivar Guayacanes
– Diverse Indien Robusta in unterschiedlichen Qualitäten
– Zimbabwe Arabica
– Einen Preblend für Espresso.

Der nächste Schritt war das Rösten von Mustern aus den Kaffees und die anschließende Verkostung, um daraus die zukünftigen Röstprofile festzulegen.

Da hier keine Maschine für Musterröstungen steht, blieb mir nichts anderes als mit der Giesen Maschine Kleinstmengen von maximal 1,5 Kg zu rösten.
Eine spannende Herausforderung, die mir aber gleichzeitig Gelegenheit gab, mich mit der Maschine vertraut zu machen.
Überrascht war ich, wie gut sich diese kleinen Mengen rösten lassen.

Trotz des Klimas und der langen Lagerzeit, sind die Kaffees in einem akzeptablen Zustand. Mit dem Anfang 2013 gelieferten Espresso Preblend hat Namibian Coffee Roasters eine gute Grundlage für den Anfang. Später wird es natürlich einen eigenen Blend geben.

Die nächste Frage war, wie wird in Namibia getrunken. Ich wußte schon, dass importierte Kaffees zum Standard gehören, doch auch die Zubereitung in den Cafés im Land spielt natürlich eine wichtige Rolle und so stand als nächstes ein Besuch von Windhoek und Swakopmund an.

Windhoek
Fast genau in der Mitte von Namibia liegt Windhoek. Die Stadt ist umgeben von Bergen und wegen der relativ Black Delight Windhoekhohen Lage hat sie ein ziemlich ausgeglichenes Klima, bei der Hitze im Sommer ist es hier noch relativ erträglich.
Die Stadt selber pulsiert und überrascht mit einem mondänen Flair. In den Aussenbezirken sind riesige Industriegebiete, wo viele Firmen ihren Sitz haben.
Das Stadtzentrum selber ist relativ klein aber sehr geschäftig. Es gibt neben alten Bauten aus der Kolonialzeit zahlreiche moderen Bauten, sogar mehrstöckige. Der Bereich in dem man sich sicher bewegen kann, beschränkt sich auf wenige Strassen. Wegen der angespannten Atmosphäre ist Windhoek kein Ort, an dem man lange verweilen möchte aber man bekommt hier fast alles für das tägliche Leben.

Zu meiner Überraschung gibt es sogar etliche Bars mit Espressomaschinen, Café Bar Woermann Supermarkt, Windhoekselbst in großen Supermärkten gehören Café Bars zum Interior.
Der größte Laden gehört zur Süd-Afrikanischen Kette Mug & Bean, die in sämtlichen Ländern des südlichen Afrikas vertreten ist.
Man sollte nicht zuviel erwarten, die Qualität der Kaffees, die Sauberkeit der Maschinen und die Zubereitung machen klar, Namibia ist in Sachen Kaffee immer noch ein Entwicklungsland.
Viele Café Bars sind in den letzen zwei Jahren entstanden. Ein importierter Lifestyle der wohl stark von Fernsehserien wie, Sex and the city geprägt ist.

Swakopmund
Anders ist es in Swakopmund. Die Stadt an der Atlantikküste ist in den letzen Jahren, ähnlich wie Respecting-Coffee SwakopmundWindhoek, quasi explodiert. Überall wird gebaut, es gibt auch hier große Industriegebiete mit einer Vielzahl an Baumärkten, Autohäusern und Unternehmen.
Das Stadtzentrum ist geprägt von der deutschen Kolonialzeit. Villen im Gründerzeitstil prägen das Stadtbild, während in den Vororten moderen Bungalows entstehen.
Die Atmosphäre ist zwar touristisch aber insgesamt entspannter als in der Hauptstadt Namibias und man findet auch hier einige Cafés die zum Besuch einladen.

Slowtown
In Swakopmund befindet sich die derzeit einzige Rösterei von Namibia, Slowtown Coffee Roasters ist die derzeit einzige Kaffeerösterei in Namibia. Die Cafébar mit Shoprösterei könnte auch in Europa oder den USA sein.Slowtown Coffee Roasters

Die Kaffees werden auf einem Diedrich IR12 geröstet und sind für den Standard von Namibia absolutes Topniveau.
Auch was die Zubereitung betrifft, wird hier schon sehr präzise gearbeitet. Mit einer Nuova Simonelli werden die üblichen Kaffeespezialitäten zubereitet.
Fast schon schade, dass auch hier die Nachbarn nicht länger den Geruch vom Rösten ertragen wollen und Slowtown gezwungen ist, die Rösterei an einen anderen Standort zu verlagern.

Nebenan befindet sich das Café Bojo und ein paar Strassen weiter das Village Café, die ebenfalls einen Massstab für dieses Land bilden und gleichzeitig aufzeigen, dass hier noch viel zu tun ist.

Mit diesen Eindrücken geht es zurück auf die Guestfarm und an die Arbeit. Zunächst stehen noch diverse organisatorische Aufgaben auf der To Do Liste. Wenn das erledigt ist, kann es losgehen mit Kaffeerösten.

Kommentare deaktiviert.