Die dritte Welle erreicht Barcelona

JilMileHigh
Anfang März war Jil in Barcelona und berichtet was es für die 3 Wave Liebhaber zu entdecken gibt.

Paella Nera, Gaudi, Meer, Barcelona… für mich eine der schönsten Großstädte.

Auch die Thirdwave of Coffee beginnt langsam in der katalanischen Stadt Fuß zu fassen und ich habe sie für euch besucht.

 

 

 

Nomad Coffee Productions

In einer ruhigen Seitengasse versteckt sich das Lab von Nomad Coffee Productions.

Nomad ist eine junge Kaffeerösterei, welche kleine Lots bezieht und diese tendenziell hell, sowie eher fruchtbetont röstet.

Nomad Coffee
Nomad Coffee

Von Montags bis Freitags, 8:30 – 15:30 kann man im Lab einen Kaffee genießen. Anschließend hat man die Möglichkeit an Workshops oder Verkostungen teilzunehmen.

Der Mittelpunkt des schlichten Ladens bildet ein großer Tresen, an dem die Gäste platz nehmen können. Während man seinen Kaffee genießt kann man das Tastingwheel an der Wand studieren oder die Baristi beim detailverliebten zubereiten von Kaffeespezialitäten beobachten.

Klasse ist auch die Präsentation der Getränke. So wird der in Kaffee kleinen Steingut-Tässchen auf ein kleines, in den Tresen eingelassenes, Podest gestellt.

Angeboten werden ständig wechselnde und hell geröstete Kaffees, als Brühkaffee oder auf Espressobasis. Man kann zwischen mehreren Röstungen wählen, welche mit Macaps oder Mahkönigs gemahlen werden um anschließend mit einer Dalla Corte DC extrahiert zu werden. Die hellen bis mittel gerösteten Brühkaffees können wahlweise mit der Aeropress, dem V60, der Kalita oder der Chemex zubereitet werden. Der Service ist ausgesprochen nett, gut ausgebildet und immer für einen kleinen Expertenaustausch zu haben.

 

Pasaje De Sert 12

Mo – Fr 8:30-15:30

 

True Artisan Café

Nicht weit von Nomad liegt das True Artisan Cafe von La Marzocco. Von Montag bis Freitag kann man den, sehr ambitionierten, Barista über die Vor- und Nachteile von Druckprofilen ausquetschen, während man sich durch die Auswahl der Espressi trinkt. Das Setup, mit dem gearbeitet wird, wechselt ständig. So war es bei meinem Besuch eine Mirage, kombiniert mit der Vulcano on demand Mühle. Ausgeschenkt werden tendenziell hell geröstete Kaffees ständig wechselnder Röster aus dem Raum Barcelona.

Der Laden ist klein, aber sehr einladend und ein Mekka für jeden La Marzocco Fan. Im hinteren Bereich befindet sich der Showroom. Hier werden die aktuellen Modelle ausgestellt und die aktuelle Strada kann von innen betrachtet werden.

 

Passatge Sant Benet, 6 bajos

Mo – Fr 9:00-18:00

 

Onna Coffee

Inmitten des Viertels Gràcia liegt das kleine Café von Onna Coffee. Der Laden ist vollgestopft bis oben hin mit Kaffeezubehör. Spätestens der kleine Shopröster in der Ecke, welcher für experimentelle Röstungen genutzt wird, lässt das Herz des Kaffeeenthusiasten höher schlagen. In einem kleinen Hinterzimmer kann man sich zwischen die Rohkaffeesäcke kuscheln und die Herkunft der Bohnen studieren.

Onna Coffee
Onna Coffee

Alle Kaffees, welche dort ausgeschenkt werden, kommen ausschließlich von Kooperativen und Famern aus Costa Rica. Diese werden dann jeweils unterschiedlich hell geröstet. Deswegen kann ich nur empfehlen, die Kaffees in den verschiedenen Röstungen zu probieren und festzustellen, welches Potenzial der ein oder andere Kaffee in der helleren oder dunkleren Variante hat.

Das Setup ist klasse: Die Espressospezialitäten werden mit Hilfe einer Dalla Corte DC und einer Mahkönig K30 zubereitet. Bei Brühkaffee kann man wählen zwischen einem V60- oder Kalita-Handfilter, sowie Chemex und Aeropress. Der Barista ist gut ausgebildet, ambitioniert und hat uns gleich Tipps gegeben, wo wir noch guten an Kaffee bekommen.

Carrer De Santa Teresa 1

Mo – Fr 8:00-19:00

Coffea & Wood

Nicht weit von Onna Coffee ist der kleine Coffeeshop Coffeea & Wood. Der kleine Tresen wird geschmückt von zwei Mazzer-Mühlen, mit wechselnden Kaffees, meist regionaler Röstereien.

Neben Espressospezialitäten gibt es allerdings auch exzellenten Brühkaffee, serviert auf selbst gemachten Holzbrettchen.

Der Barista und gleichzeitig Besitzer ist ein sehr sympathischer Kaffeenarr, welcher viel Liebe zum Detail hat.

Man sollte genau auf die Zeit achten, denn der Barista gönnt sich eine Siesta. Um sich die Zeit zu vertreiben kann man natürlich die Werke von Gaudi besichtigen.

 

Carrer de Martinez de la Rosa 34, local 3

Mo – Fr 10:00-14:00 und 16:00-19:00

 

Satan’s Coffee Corner

Sich selbstständig zu machen und das in einer Großstadt, ist teuer – meist zu teuer für die junge Craftszene. So findet man überall Shop-In-Shop-Konzepte, wo sich junge Enthusiasten zusammen tun, um ein gemeinsames Projekt zu starten. Eines davon ist Satan’s Coffee Corner, wo sich drei Konzepte zusammen geschlossen haben (Kaffee,

Satans Coffee
Satans Coffee

Sandwiches und Kakteen). Marcus, der Kaffeeteufel, hatte seinen ersten Ausschank in einem Geschenkeshop. Von da aus ging es in einen Fahrradladen, bis es ihn in einen Hinterhof von Barri Gotic verschlagen hat.

Satan’s Coffee bezieht seinen Kaffee hauptsächlich von Right Side Coffee Roasters, dessen Rösterei außerhalb von Barcelona liegt. Auf einer La Marzocco Linea, kombiniert mit zwei Mazzer Mühlen, bereitet er hell geröstete, fruchtige Espressospezialitäten zu. Brühkaffees werden Wahlweise mit der Aeropress oder V60 zubereitet. Ich hatte einen Indonesischen Toraja, nicht ganz so fruchtbetont geröstet, für unschlagbare 3€.

Wer während seines Aufenthaltes ein kleines Hüngerchen verspürt, dem kann ich nur die Sandwiches seines Kollegen empfehlen. Die sogenannten Banh’s bestehen aus, in Sojasoße, mariniertem Rindfleisch, welches scharf angebraten wird und mit viel Koriander, Salat und beispielsweise Minze in einem krossen Baguette serviert wird.

 

Carrer de l’Arc de Sant Ramon del Call 11

Mo – Do 8:00-18:00

Fr – Sa 8:00-20:00

Sonntag 10:00 – 18:00

 

Skye Coffee Co.

Wen es an den Rande der Stadt, in das Viertel Poblenou, verschlägt, sollte unbedingt mal bei Skye Coffee vorbei schauen. Mitten in einer weitläufigen Halle steht ein alter Citroën HY aus dem bis 13:30 Uhr Kaffee von Rightside ausgeschenkt wird. Das Setup besteht aus einer La Marzocco Linea, Mazzer-Mühlen und einer Mahlkönig Vario. Brühkaffee wird mittels V60 zubereitet. Seinen Kaffee kann man in der ungewöhnlichen Location im Liegestuhl oder auf einem Designermöbel genießen. Wenn man Glück hat findet in der Location auch ein Designermarkt oder Ausstellung statt.

Carrer de Pamplona, 88

 Brewdog

Ein wenig Off-Topic, aber für diejenigen, die zwischendurch Unterhopft sind, empfehle ich folgende Adressen, um sich durch die Craftbeer-Kultur Barcelonas zu trinken.

 

BlackLab Brewhouse

Das BlackLab hat ganz neu aufgemacht und ist schon jetzt einer meiner Lieblingsplätze. Die beiden Betreiber sind einfach verliebt in gute ehrliche Produkte und das spürt man. Gewählt werden kann zwischen zehn Bieren vom Fass, welche nicht nur von BlackLab gebraut worden sind, sondern auch von anderen Brauereien der Umgebung. Der Gastraum ist offen, freundlich, hell und bietet einem freie Sicht auf die Microbrauerei. Das Essen ist eine Mischung aus typisch katalanischen Gerichten, asiatischen Snacks, sowie täglich wechselnden Suppen. Der Service ist super freundlich und sehr ambitioniert.

 

Palau de Mar, Plaça Pau Vila 1, direkt an der Promenade

Mo – Do 12:30-0:00

Freitag & Sonnabend 12:30-02:00

Sonntag 12:30-00:00

 

BrewDog Bar

Eigentlich wollten die Gründer James und Martin schottischen Whiskey herstellen. Doch nachdem sie festgestellt haben, dass es mindestens fünf Jahre braucht, um einen guten Whiskey auf den Markt zu bringen, entschieden sie sich 2007 doch lieber für das Bierbrauen.

Seit dem Durchbruch mit der limitierten Auflage Tokyo, eines der stärksten Biere, mischen sie die Craftbeer-Szene ordentlich auf. Ihre Bars sind bekannt für ausgiebige Trinkgelage und auf dem Tresen tanzende Mitarbeiter. Ein Besuch lohnt sich alleine schon, um sich durch die zehn Tap’s zu probieren, an denen manchmal limitierte Editionen hängen, welche Deutschland nicht erreichen.

 

Carrer de Casanova 69

Mo – So 12:00-0:00

 

Biercab

Biercab ist das Mekka für die Liebhaber von handwerklich hergestellten Bieren. Die Bar verfügt über, sage und schreibe, 30 Zapfhähne mit ständig wechselnden Bieren. Diese sind teilweise von regionalen Brauereien, aber auch von internationalen Bekanntheiten. Die Auswahl reicht von belgischen Trappisten, über Lager bis hin zu Russian Imperials. Wer dort nichts findet, der mag eigentlich gar kein Bier.

Und wer nicht genug bekommt, der kann im Laden nebenan was für zu Hause mit nehmen.

 

Mutaner 3

Mo – Do 12:00-0:00

Fr – Sa 12:00-2:00

Sonntag 17:00-0:00

Traveller Kit

Wenn man einmal angefangen hat guten Kaffee zu lieben möchte man nirgendwo darauf Verzichten, auch nicht unterwegs.
Mit unserem Traveller Kit sorgen wir dafür, das Ihr jederzeit und überall euren Lieblingskaffee aufbrühen könnt. Alles was Ihr dazu noch braucht sind natürlich die Kaffeebohnen und heißes Wasser.

Heißes Wasser bekommt man zum Beispiel auch im Flugzeug, aber niemals einen Kaffee der wirklich schmeckt.

„Traveller Kit“ weiterlesen

Reisebericht: One Farmer One Roaster, Äthiopien

Wenn man im Januar nach Äthiopien reist, trifft man nicht nur viele Kollegen aus der ganzen Welt, sondern kommt in den Genuss der frischen Ernten, die in den Laboren der Kaffee Exporteure in Addis Abeba verkostet werden.

Traditionelle Kaffee Zeremonie in Äthiopien
Traditionelle Kaffee Zeremonie in Äthiopien
Foto: Olaf Deharde

Unsere Reise beginnt in Addis Abeba und führt in den Süden in die Region Yirgacheffe wo wir zahlreiche Aufbereitungsstationen besichtigten und die drei Farmer des Single Farmer Projektes One Farmer One Roaster besuchten.

Organisiert wurde die Tour von dem norwegischen Kaffeehändler Nordic Approach, der für seine hochwertigen und transparent gehandelten Kaffeespezialitäten vielen bereits ein Begriff ist.

Nach etlichen Jahren in der Computerbranche hat sich Seife Tuuluskorpi dem Kaffee zugewandt und betreut für Nordic Approach die drei Bauern des Single Farmer Projektes.  Auf unserer Reise war er zugleich Tour Guide und für jeden Spass zu haben.
Nach etlichen Jahren in der Computerbranche hat sich Seife Tuuluskorpi dem Kaffee zugewandt und betreut für Nordic Approach die drei Bauern des Single Farmer Projektes.
Auf unserer Reise war er zugleich Tour Guide und für jeden Spass zu haben.

Als  Partner des Single Farmer Projektes One Farmer One Roaster war es auch für uns an der Zeit  die Farmerin Workye Shallo zu besuchen, um sie persönlich kennen zu lernen. Wir wollten uns einen Eindruck von dem Ort und den Menschen verschaffen, die diesen Kaffee anbauen, ernten und anschließend aufbereiten.

Aufbereitungsstation der Bokasso Kooperative
Aufbereitungsstation der Bokasso Kooperative

Gleichzeitig konnten wir noch vor Ort die frisch geernteten Kaffees von Workye Shallo probieren wodurch wir bereits jetzt Wissen was da feines für unsere Kunden kommt.
Workye ist eine sehr zurückhaltende Frau im mittleren Alter aber man merkt, sie ist eine Persönlichkeit die den Familienbetrieb klar strukturiert führt.

Fehlerhafte Bohnen und Verunreinigungen werden von Hand selektiert.
Fehlerhafte Bohnen und Verunreinigungen werden von Hand selektiert.

One Farmer One Roaster

Das Projekt One Farmer One Roaster wurde vor zwei Jahren von der Yirgacheffe Union und Nordic Approach gestartet, um die Qualität der Kaffeeproduktion in der Region Yirgacheffe zu verbessern. Sogenannte Microlots, also Kaffees die bis zur einzelnen Ernte auf den Parzellen einer Farm zurück verfolgt werden können, sind bei Spezialitäten Kaffeeröstern sehr gefragt. Anders als in anderen Kaffeeproduzierenden Ländern ist es im fall Äthiopien jedoch fast unmöglich diese zu bekommen.

Die fertig verarbeiteten Kaffees werden für den Transport in Säcke verpackt
Die fertig verarbeiteten Kaffees werden für den Transport in Säcke verpackt
Foto: Olaf Deharde

Die Kaffeebauern sind in der Regel in Kooperativen zusammengeschlossen, welche über die notwendige Infrastruktur für die Aufbereitung der Kaffees verfügen, was politisch bedingt ist.

 

Im Anschluss an die Fermentation wird der Kaffee gewaschen, bevor er auf Trockentischen getrocknet wird.  (Hunkute Kooperative
Im Anschluss an die Fermentation wird der Kaffee gewaschen, bevor er auf Trockentischen getrocknet wird.
(Hunkute Kooperative
Das Wasser mit dem der Kaffee gewaschen wird, stammt aus einem in der Nähe vorbei fliessende Fluss. (Hunkute Kooperative)
Das Wasser mit dem der Kaffee gewaschen wird, stammt aus einem in der Nähe vorbei fliessende Fluss.
(Hunkute Kooperative)

In den Aufbereitungsanlagen der Kooperativen liefern die Bauern ihre Ernte ab,  im Verlauf der Weiterverarbeitung werden die Kaffees der Kooperativenmitglieder vermischt, wodurch die Einzigartigkeit der Kaffees und die Transparenz verloren geht.

Beim sogenannten Natural Process fermentiert der Kaffee im Fruchtfleisch der Kaffeekirschen. Erst anschließend wird das Fruchtfleisch entfernt.
Beim sogenannten Natural Process fermentiert der Kaffee im Fruchtfleisch der Kaffeekirschen. Erst anschließend wird das Fruchtfleisch entfernt.

Ein weiterer Nachteil ist, dass durch dieses Vorgehen qualitativ hochwertige Kaffees untergehen, denn nicht jeder Kaffeebauer achtet bei der Ernte darauf nur die reifen Kaffeekirschen zu ernten. Die Folge ist, dass unreife oder überreife Kirschen mit geerntet werden welche die Qualität der Kaffees nachhaltig beeinträchtigen.
So entstand vor zwei Jahren die Idee mit einer Auswahl an Kaffeebauern, die über ausreichend Land verfügen und Erfahrung im Anbau von Kaffee haben das Single Farmer Projekt zu starten.

Die Farm von Olke Bier gehört zu den größten der drei Single Farmer. Sie liegt auf 2200 Meter über Seehöhe. In den Becken fermentiert der Kaffee mehrere Stunden bevor er gewaschen und in der Sonne getrocknet wird.
Die Farm von Olke Bier gehört zu den größten der drei Single Farmer. Sie liegt auf 2200 Meter über Seehöhe. In den Becken fermentiert der Kaffee mehrere Stunden bevor er gewaschen und in der Sonne getrocknet wird.

An dem Projekt nehmen zur Zeit drei Farmer teil. Sie haben in die benötigte Infrastruktur wie Maschinen, Becken, Trockentische und Halle investiert und werden durch die Yirgacheffe Union und Nordic Approach intensiv beraten, um das beste Ergebnis bei der Produktion der Kaffees zu erzielen.

Messele Haile, Seife, und Olke Bire
Messele Haile, Seife, und Olke Bire

Kein geringes Risiko für die Farmer. Schließlich müssen die durch Kredite finanzierten Investitionen sich rentieren, gleichzeitig verlassen sie den seit Generationen gewohnten Weg der Kaffeeproduktion als Kaffeebauern, der sich bisher auf den Anbau und die Ernte beschränkte. Nun sind sie auch für die Aufbereitung nach der Ernte verantwortlich was zusätzliche Arbeit und damit Kosten bedeutet, aber auch das notwendige Wissen erfordert.

Ein Mann mit einer Vision. Tekkle Menno von der Yirgacheffe Union hat das Single Farmer Projekt initiiert um transparent produzierten Kaffee für den Spezialitäten Markt zu ermöglichen.
Ein Mann mit einer Vision. Tekkle Menno von der Yirgacheffe Union hat das Single Farmer Projekt initiiert um transparent produzierten Kaffee für den Spezialitäten Markt zu ermöglichen.

Die Yirgacheffe Union und Nordic Approach garantiert die Abnahme der Kaffees zu einem Preis der deutlich über dem Marktwert liegt. Zusätzlich erhalten die Bauern für jedes Kilogramm Rohkaffee einen US Dollar um die Kredite schneller ablösen zu können.

Zu Gast bei Workye

Die Farm von Workye Shallo liegt auf 2000 Meter über dem Meeresspiegel. Die ideale Anbauhöhe für hochwertige Kaffees. Über eine kleine Holzbrücke, welch über einen sprudelndenFluss führt, dessen Wasser für die Aufbereitung verwendet wird, gelangt man auf die Farm.

Workye Shallo
Workye Shallo
Foto: Olaf Deharde

Hohe Bäume und falsche Bananen Palmen sorgen dafür, dass die sensiblen Kaffeesträucher mit ausreichend Schatten versorgt werden. Wir sehen Affen die auf den Bäumen umher springen und die Gruppe an Menschen aus der Distanz beobachten.

Die Kaffeesträucher auf der Farm von Workye werden ausschließlich organisch gedüngt.  Der Dünger wird nach einer speziellen Rezeptur selber angefertigt, unter anderem mit dem Fruchtfleisch der Kaffeekirschen.
Die Kaffeesträucher auf der Farm von Workye werden ausschließlich organisch gedüngt.
Der Dünger wird nach einer speziellen Rezeptur selber angefertigt, unter anderem mit dem Fruchtfleisch der Kaffeekirschen.

Bei einem Rundgang zeigt uns Workye ihre Farm und berichtet von ihrer Erfahrung im ersten Jahr bei dem Single Farmer Projekt.

Mit der Pulping Maschine wird das Fruchtfleisch von den Kaffeebohnen entfernt.  Die drei Single Farmer mussten in die Anschaffung und Installation investieren um auch diesen Schritt der Aufbereitung in Eigenregie ausführen zu können.
Mit der Pulping Maschine wird das Fruchtfleisch von den Kaffeebohnen entfernt.
Die drei Single Farmer mussten in die Anschaffung und Installation investieren um auch diesen Schritt der Aufbereitung in Eigenregie ausführen zu können.

Auf einer Anhöhe steht der neue Entpulper, mit dem das Fruchtfleisch der Kaffeekirschen entfernt wird, bevor die Kaffeebohnen zur Fermentation in das Becken gelangen. Auf den Trockentischen lagert der Rest der abgeschlossenen Ernte und trocknet in der Sonne.

Die Ernte auf der Farm von Workye ist fast abgeschlossen.  Workye berichtet von ihren Erfahrungen mit dem Projekt.
Die Ernte auf der Farm von Workye ist fast abgeschlossen.
Workye berichtet von ihren Erfahrungen mit dem Projekt.

Workye ist zufrieden mit der bisherigen Entwicklung und Zusammenarbeit mit den Partnern. Ihre zweite Ernte ist sowohl von der Menge als auch von der Qualität noch besser geworden worauf sie sichtlich stolz ist.

Um die produzierten Mengen zu steigern hat sie rund um die Farm die sich im Familienbesitz befindet, noch drei Parzellen erworben, wo sie zum Teil den bestand aus über 40 Jahre alten Kaffeepflanzen mit frischen Pflanzen ergänzt hat. So kann sie auf der einen Seite zyklusbedingte Mengenschwankungen ausgleichen, auf der anderen Seite führt dies zu einem facettenreichen Kaffee.

Auf der Farm von Workye wachsen drei Varietäten. Krome, Dega und Wolesho.
Auf der Farm von Workye wachsen drei Varietäten. Krome, Dega und Wolesho.
Foto: Olaf Deharde

Viele ihrer Nachbarn sind fasziniert von dem Erfolg und sie teilt bereitwillig ihre Erfahrung und  Wissen, damit die Nachbarn ebenfalls die Kaffeequalität verbessern können.

Auf den Tischen, den sogenannten African Drybeds trocknet der Kaffee bis er eine Restfeuchte von ca. 18% hat. Anschließend wird er in die Säcke für den Transport verpackt.
Auf den Tischen, den sogenannten African Drybeds trocknet der Kaffee bis er eine Restfeuchte von ca. 18% hat. Anschließend wird er in die Säcke für den Transport verpackt.

Wir beenden den Rundgang in der Halle wo die bereits fertig verarbeiteten Rohkaffees sauber getrennt in vier Haufen gelagert werden.
Jeder einzelne Schritt in dem Produktionsprozess wurde präzise dokumentiert, was keine Selbstverständlichkeit ist, wie wir bei ihren beiden Kollegen aus dem Projekt später erfahren werden.

Getrennt nach den Parzellen wo der Kaffee geerntet wurde, lagert der Kaffee von Workye in der Halle.
Getrennt nach den Parzellen wo der Kaffee geerntet wurde, lagert der Kaffee von Workye in der Halle.

Zum Abschied überreiche ich Workye eine Packung von ihrem Kaffee den ich in Deutschland geröstet habe und bereite ihn mit der Aeropress zu.
Wie es ihr schmeckt verrät sie nicht, aber sie scheint fasziniert zu sein was in Europa mit ihrem Kaffee gemacht wird.

One Farmer One Roaster. Workye Shallo und Michael Mrozek von Black Delight Kaffee begutachten die frische Ernte
One Farmer One Roaster. Workye Shallo und Michael Mrozek von Black Delight Kaffee begutachten die frische Ernte
Foto: Olaf Deharde

Auf der Farm wird der Kaffee unverändert in einer Schale über dem offenen Feuer geröstet, mit einem Holzmörser zerstampft und im Kessel aufgegossen.
Auch wenn durch dieses Verfahren die Röstaromen starken Einfluss nehmen, kann man noch die fantastische Qualität des Kaffees erkennen und ein Erlebnis ist es allemal mit den Arbeitern einen Kaffee zu trinken und sich zu unterhalten.

Sonnenaufgang über Addis Abeba
Sonnenaufgang über Addis Abeba

Nach drei Tagen im Süden reisen wir zurück in Äthiopiens Hauptstadt Addis Abeba, wo wir die nächsten zwei Tage damit verbringen werden die frisch geernteten Kaffees zu verkosten. Die Cuppings finden in den Laboren der Exporteure statt, wo mit hoher Konzentration eine Auswahl für das Sortiment von Nordic Approach gemacht wird.

Zwei Tage wurde intensiv verkostet in den Laboren der Kaffee Exporteure in Addis Abeba um die passenden Kaffees für das Sortiment von Nordic Approach auszuwählen.
Zwei Tage wurde intensiv verkostet in den Laboren der Kaffee Exporteure in Addis Abeba um die passenden Kaffees für das Sortiment von Nordic Approach auszuwählen.

In einem Blind Cupping versteckt finden wir die frische Ernte von Workye und sind begeistert. Mit einem Score von 91 Punkten liegt der Kaffee deutlich im SCAA Spezialitätenkaffee Bereich und der Unterschied zur Vorjahres Ernte ist unverkennbar.

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Olaf Deharde

Wir können es gar nicht erwarten die frische Ernte nach Deutschland zu bekommen um sie für euch zu rösten und gleichzeitig unser Sortiment zusätzlich um ein paar weitere herausragende Kaffees aus dem Land des Ursprungs der Kaffeepflanze ergänzen.

Irgendwo sah ich auf der Reise eine Werbung die besagt; Kaffee, ein Geschenk an die Welt von Äthiopien! Dieses Geschenk geben wir als Kaffeerösterei gerne weiter, denn Kaffee aus Äthiopien gehört ganz sicher zu den besten der Welt, zumal wenn er von kleinbäuerlichen Farmen kommt von denen man weiß das Qualität und ein nachhaltiger Umgang mit den Ressourcen selbstverständlich ist.

 

 

Reiseroute:

 

 

Wir bedanken uns bei Nordic Approach und Seife Tuuluskorpi für die wunderbare Reise.

Fotos:
Olaf Deharde olafdeharde.com
Michael Mrozek socialbarista

Bestellen:
Zum Kaffee von Workye Shallo geht es hier entlang.

Namibia Update 2

Seit dem letzten Update hat sich viel getan bei Namibian Coffee Roasters. Unverändert scheint hingegen jeden Tag die Sonne und selbst die Wolken, die sich am Horizont über dem Erongo Gebirge blicken liessen, haben nichts an der Trockenheit geändert. Regen ist, was dieses Land so dringend braucht, wie anständigen Kaffee.

ColdBrew „Namibia Update 2“ weiterlesen

Namibia Update 1

Die ersten 10 Tage meines Aufenthaltes in Namibia sind bereits vorüber. Zeit für ein Update aus dem Land im Süden von Afrika.

Namib Guestfarm Onduruquea

Die Guestfarm liegt auf dem 150 Km² Areal einer Farm, wo Zahlreiche Tiere wie Antilopen, Gnus, Giraffen, Hyänen, Schakale, Strausse oder Warzenschweine leben Es soll hier auch Geparden und Leoparden geben, doch die habe ich noch nicht zu sehen bekommen.
Beliebt ist die Guestfarm bei Reisenden die hier Station machen. So trifft man jeden Abend am Feuer neue Gäste, die sich von langen Autofahrten durchs Land erholen.

Namib Guestfarm Onduruquea „Namibia Update 1“ weiterlesen